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Für die meisten Kinder und Jugendlichen existiert ein impliziertes, vom Umfeld geprägtes Selbsvertrauen. Leider fallen im Moment des "sich trauens" häufig Kommentare, wie: "Das kannst du nicht..., Das darfst du nicht...., Dazu muß man erst..." etc.
Die Konsequenz im Denken des Kindes lautet dann selbstverständlich: "Das kann ich nicht..., das darf ich nicht... dazu muß ich erst..." usw.
Die Möglichkeit für das Kind zu lernen, sich zu vertrauen, wird im im schlimmsten Fall nicht gestattet oder abgewertet und das Kind damit (unwillentlich) für unfähig erklärt. Daraufhin erkennt es seine eigenen Fähigkeiten und Impulse eher schwach und unrealistisch und wird diese möglicherweise auch später nicht zweifelsfrei annehmen können, egal, welche Bildung das Kind im Laufe seines Lebens erfährt.

Denn es lernt von klein auf zu entsprechen anstatt sich zu vertrauen.

In diesem Alter haben die meisten Kinder den schmerzlichen Verlust überwunden, daß zu Ostern nicht wirklich Osterhasen unterwegs sind und daß auch keine echte Rentierkutsche mit Weihnachtsmann am Steuer über ihrem Hausdach kreist. Sie haben nur gleichzeitig auch verlernt zu wünschen und von der Wunscherfüllung zu träumen. Stattdessen trat ein viel mächtigerer Weihnachtsmann in ihren Alltag. Die Leistung.

Vielleicht erkennen sie gerade, daß sie durch besondere Leistungen Wertung und Aufmerksamkeit erhalten. Sogar mehrfach im Jahr. Nur entsprechen diese scheinbaren Streicheleinheiten eher selten den eigenen Wünschen. Der Wertende handelt sicher in bester Absicht, denn er will das Kind ja gut auf diese Gesellschaft vorbereiten.
Wie oft mußte er schon einstecken und seine Wünsche begraben. Nahezu jeder scheint es ja schließlich auch so zu tun. Wenn man etwas will und sich auch ordentlich genug dafür anstrengt, hat man gute Chancen; was durchaus richtig ist. Das Wünschen wird mit der Zeit vom Wollen verdrängt. Nichts gegen Wollen! Aber wo bleibt das Wünschen und Träumen? Es wird häufig mit Begriffen wie "unrealistitsch" oder "sinnlos" entwertet.

Wobei doch mit einem erwünschten Ziel nahezu jeder Weg zu meistern ist.

Kinder und Jugendliche haben besonders bei Feuerläufen einen sehr direkten Zugang zu ihrem ureigenen Selbstvertrauen. Für die meisten ist es völlig klar, ob sie laufen oder nicht. In jedem Fall entspricht das ihrer eigenen Wahrhaftigkeit. Es ist nicht wichtig, ob sie tatsächlich laufen. Viel wesentlicher ist es, dass sie ihrem Impuls vertrauen und entsprechend handeln, ohne Druck von aussen oder innen.

Die Anerkennung der Gruppe ist jedem gewiß. Dem Läufer, als auch dem, der seinem Impuls des Nichtlaufens folgt, denn es braucht eine gehörige Portion Mut, sich zu entscheiden, vielleicht sogar als einzige(r) nicht zu laufen. Aber bereits das ist schon ein riesiges Erfolgserlebnis für das Selbstvertrauen des Kindes oder des Jugendlichen und für jeden anderen natürlich auch.